Franz Kafka EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE – Der Film

WOLFGANG DOBROWSKY hat bereits vor Jahren für Franz Kafkas Text eine Bühnenfassung entwickelt, die den ursprünglich zu Papier gebrachten Bericht
dramaturgisch schlüssig auf die Bühne bringt.
Durch die Kamera betrachtet, erfährt dieses Konzept eine Erweiterung, die ein unmittelbares Teilhaben am Denkprozess des zum Menschen assimilierten Affen ROTPETER unausweichlich macht. Das Publikum wird Zeuge einer sich in Zeiteinheit entwickelnden, lange nicht absehbaren Entscheidung, die überraschend wie schlüssig ist.
Rotpeter zeichnet seinen geforderten Bericht über sein äffisches Vorleben auf und lässt an seinen Versionen und seinen Korrekturen teilhaben.
Die Dopplung des Mediums Film, sowie das Set – vorrangig die Künstlergarderobe voller Spiegel - verdichten eine Kafkaeske Sicht ohne zu illustrieren.
Der Entschluss, dem Charakter ROTPETER ohne Tiermaske dennoch ein Gesicht mit Vergangenheit zu vergönnen, macht die Mühen einer Assimilation umso mehr deutlich, als sie sich – wie sich mehr und mehr herausstellt – nur äußerlich irritierend perfekt vollzogen hat. Die hin und wieder jäh klaffenden Einblicke in ein Innenleben treten umso mehr zu Tage.
Steinbauers Regie verlässt sich ganz auf einen fesselnden Text, das stark fokussierende Set und eine über 30-jährige symbiotische Zusammenarbeit mit Wolfgang Dobrowsky. Dessen kreatürliche Darstellung vermag gerade dann tief zu berühren, wenn Rotpeter sich seinem Gegenüber im Screen stellt, durch seine „Menschenmaske“ nach Innen blickt und das Publikum mit ihm.

Trailer

Hintergründe zur Enstehung

Das seit 1989 in Graz aktive Professionelle Theaterduo Steinbauer&Dobrowsky hatte schon verschiedentlich filmische Gehversuche hinter sich, freilich vornehmlich für diverse Einspielungen auf der Bühne. Bereits in den Anfängen wurde großen Wert auf professionelle Unterstützung hinter der Kamera Wert gelegt. Die spontane Idee, Schnitzlers REIGEN während des Lockdowns 2020 im Netz trotz oder gerade wegen der Abstandsregeln einen neuen Blick auf vergebliche Nähe zu verschaffen, hat uns Appetit gemacht. Passiv waren wir der Leinwand schon lange verfallen, das Kino endlich als Theatermacher mit langjähriger Erfahrung durch den Bühneneingang zu betreten, ist sozusagen aufgelegt. Attestierte uns unser Publikum doch oftmals, dass unsere Aufführungen zum Sogcharakter einer Linse taugen. Somit war es naheliegend, sich einen Stoff zur Brust zu nehmen, der bis in Fleisch und Blut vertraut ist.

Seit über dreißig Jahren lässt sich Wolfgang Dobrowsky von Franz Kafkas EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE begleiten und zu stets neuen Auslotungen verführen. Dank Fokussierung des Blicks durch die Kameralinse weitere Tiefen zu entdecken, war ein konsequenter Schritt schauspielerischer Forschungsreisen ins Innere… Eine neue Erfahrung ebenso wie für Dorothea Steinbauer die der ersten Filmregie. Mit Profis an Kamera, Licht, Ton und Schnitt wurde ein kleines, dem Text adäquat intimes Team gefunden, das Lust und Neugier auf die Kinoleinwand machte.

Franz Kafka EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE

Mit Wolfgang Dobrowsky als ROTPETER

REGIE Dorothea Steinbauer

KAMERA Herbert Jost

KAMERAASSISTENZ/LICHT /POSTPRODUKTION Robert Niessner

SET-TON Britta Isabel Lang

TONBEARBEITUNG Reinhold Kogler

SCHNITT Erwin Schwischay

MUSIK Reinhold Kogler


Einige bei den Aufnahmen entstandenen Bilder

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